Eigene Erhebung · Juli 2026

Was 314 lokale Betriebe der Google-KI
über sich verraten — und was nicht.

Wir haben die Websites von 314 Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben in vierzehn Städten Nordrhein-Westfalens vermessen. Nicht danach, wie sie aussehen, sondern danach, was eine Maschine über den Betrieb dahinter erfährt. Die Antwort in einem Satz: Drei von vier Betrieben sagen der Maschine nicht, wer sie sind.

314 Websites vermessen
307 davon auswertbar
14 Branchen
14 Städte in NRW

Die Befunde

Die fünf wichtigsten Zahlen

Alle Werte beziehen sich auf die 307 auswertbaren Websites. Sieben Seiten waren nicht abrufbar und zählen in keiner Quote mit, weder positiv noch negativ.

Die fünf wichtigsten Befunde des KI-Sichtbarkeits-Reports NRW 2026, Basis 307 Websites
BefundAnteil
Betriebe ohne maschinenlesbares Betriebsprofil 75,6 %
Betriebe ganz ohne strukturierte Daten 40,4 %
Betriebe mit vollständigem Profil (Adresse, Öffnungszeiten, Standort) 6,2 %
Betriebe ohne saubere Überschriftenstruktur 44,3 %
Betriebe, die den Google-Crawler aussperren 1,0 %

Von 307 auswertbaren Websites tragen 75 eine Auszeichnung, die einen lokalen Betrieb beschreibt. Bei nur 19 davon ist sie vollständig genug, dass eine Maschine Adresse, Öffnungszeiten und Standort daraus entnehmen könnte. Das sind 19 von 307.

Was wir nicht gefunden haben

Wir haben drei angebliche Probleme gemessen.
Zwei davon gibt es nicht.

Über KI-Sichtbarkeit kursieren zwei Erzählungen, die wir gezielt überprüft haben. Beide halten der Messung nicht stand. Wer eine Leistung verkauft, die sie behebt, löst bei lokalen Betrieben ein Problem, das sie fast nie haben.

Erzählung 1

„Die Betriebe sperren die künstliche Intelligenz aus.“

In der Praxis lassen 99 Prozent den Google-Crawler ungehindert durch. Nur drei von 307 Betrieben sperren Googlebot tatsächlich aus. Sieben weitere sperren Google-Extended, was folgenlos bleibt: Dieser Zugang steuert das Training von Gemini, nicht die Sichtbarkeit in der Suche. Wer beides zusammenwirft, meldet Mängel, die keine sind.

Erzählung 2

„Die Inhalte stecken in JavaScript, die Maschine sieht eine leere Seite.“

In der Praxis liefert der mittlere Betrieb 4.292 Zeichen Text direkt im Quelltext aus. Nur 2,6 Prozent der Seiten bleiben unter 500 Zeichen. Kein einziger Betrieb blockiert die Anzeige von Textausschnitten in der Suche. Die Seiten sind nicht leer.

Das dritte Problem

Die Betriebe beschreiben sich nicht.

Die Websites sind erreichbar, sie sind gefüllt, sie sind offen für Suchmaschinen. Was fehlt, ist die Auskunft darüber, was für ein Betrieb dahintersteckt. Darüber redet niemand, weil sich daran nichts Spektakuläres verkaufen lässt.

Der Hauptbefund

Fast jede Seite hat strukturierte Daten.
Nur die falschen.

Die Frage „hat die Website strukturierte Daten?“ lässt sich mit Ja oder Nein beantworten und sagt trotzdem wenig. Fast jede moderne Website hat welche. Entscheidend ist, worüber sie etwas aussagen. Wir haben deshalb vier Stufen unterschieden.

Gestapeltes Balkendiagramm der Schema-Stufen über 307 Websites: Stufe 0 ohne strukturierte Daten 40,4 Prozent, Stufe 1 nur Seiten-Angaben 11,1 Prozent, Stufe 2 Firma ohne lokalen Bezug 24,1 Prozent, Stufe 3 lokaler Betrieb ausgezeichnet 24,4 Prozent.
Verteilung der Schema-Stufen über 307 Websites
Stufe Bedeutung Anteil
0 Gar keine strukturierten Daten 40,4 %
1 Vorhanden, aber ohne Betriebsbezug 11,1 %
2 Eine Firma ist ausgezeichnet, ohne lokalen Bezug 24,1 %
3 Ein lokaler Betrieb ist ausgezeichnet 24,4 %
Zusammen ohne Betriebsprofil (Stufen 0 bis 2) 75,6 %

Für Stufe 3 zählt neben LocalBusiness jeder anerkannte Untertyp, also etwa HairSalon, Restaurant oder Plumber. Ein unbekannter Typ zählt nicht als Betrieb, sondern als Stufe 1. Diese Erhebung unterschätzt also eher, als dass sie beschönigt.

Die Angaben im Einzelnen

Über alle 307 Websites hinweg fanden wir diese Angaben. Die ersten fünf liefert jedes gängige Websystem automatisch mit. Sie kosten niemanden Arbeit und sagen über den Betrieb nichts aus. Die letzten beiden muss jemand bewusst hinterlegen.

  • „Dies ist eine Website“ 146×
  • „Dies ist eine Unterseite“ 111×
  • „Diese Website hat eine Suchfunktion“ 108×
  • „Hier ist eine Organisation“ 95×
  • „Hier ist ein Navigationspfad“ 90×
  • „Hier ist ein lokaler Betrieb“ 45×
  • „Hier sind die Koordinaten“ 30×
Balkendiagramm der Häufigkeit gefundener Schema-Angaben über 307 Websites: Dies ist eine Website 146 mal, Unterseite 111 mal, Suchfunktion 108 mal, Organisation 95 mal, Navigationspfad 90 mal, lokaler Betrieb nur 45 mal, Koordinaten nur 30 mal.

Auch wer eines hat, hat es selten ganz

Ein Profil zu haben heißt nicht,
es gefüllt zu haben.

Ein Betriebsprofil zu hinterlegen ist der erste Schritt. Der zweite ist, es zu füllen. Von den 75 Betrieben, die überhaupt eines haben, tragen 93,3 Prozent eine Adresse ein, 61,3 Prozent Öffnungszeiten und 34,7 Prozent geografische Koordinaten. Alle drei zusammen haben 25,3 Prozent — bezogen auf alle 307 Websites sind das 6,2 Prozent.

Diagramm der Bestandteile des Betriebsprofils, Basis 75 Betriebe mit Profil: Adresse 93,3 Prozent, Öffnungszeiten 61,3 Prozent, Geo-Koordinaten 34,7 Prozent, alle drei zusammen 25,3 Prozent.

Branchenvergleich

Zwischen Friseur und Bäckerei liegen 45 Prozentpunkte

Anteil der Betriebe mit hinterlegtem Betriebsprofil, je Branche. Jede Zeile führt ihre Fallzahl mit. Vier Branchen stammen aus einer früheren Erhebung und sind regional nicht ausgewogen — das ist unter „Grenzen“ offengelegt.

Anteil der Betriebe mit maschinenlesbarem Betriebsprofil nach Branche
Branche Fallzahl mit Betriebsprofil
Friseur n = 20 55 %
Heizung / Sanitär n = 22 36 %
GaLaBau n = 19 32 %
Hotel / Pension n = 20 30 %
Dachdecker n = 19 26 %
Gastronomie n = 19 26 %
Kfz-Werkstatt n = 20 25 %
Physiotherapie n = 20 25 %
Kosmetikstudio n = 18 22 %
Steuerberater n = 20 20 %
Elektrobetrieb n = 18 17 %
Fitnessstudio n = 52 17 %
Bäckerei n = 20 10 %
Fahrschule n = 20 10 %

Was Betriebe tun können

Vier Handgriffe, in dieser Reihenfolge

Nichts davon ist geheim, und nichts davon braucht eine Agentur. Wir schreiben es auf, weil ein Befund ohne Konsequenz nur eine Beschwerde ist.

01

Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen

Der größte Hebel, kostenlos und ohne Technik. Google nennt das Unternehmensprofil selbst als den Weg, über den lokale Betriebsdaten in KI-Antworten gelangen.

Anleitung lesen →
02

Den Betrieb als Betrieb auszeichnen

Eine LocalBusiness-Auszeichnung mit Name, Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer. Sie ersetzt die Angabe „dies ist eine Website“ durch „dies ist ein Malerbetrieb in Köln“.

Strukturierte Daten erklärt →
03

Adresse, Zeiten und Leistungen als Text auf die Seite

Nicht nur im Bild, nicht nur im PDF, nicht erst nach JavaScript. Strukturierte Daten müssen zum sichtbaren Inhalt passen, sonst sind sie wertlos.

04

Die robots.txt einmal prüfen

Für die drei Betriebe von 307, die Googlebot vollständig aussperren. Sie sind für die Google-Suche praktisch unsichtbar und wissen es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.

Eine Datei namens llms.txt steht bewusst nicht auf dieser Liste. Google verwendet sie nach eigener Auskunft nicht, und großflächige Auswertungen finden keinen Zusammenhang mit Zitationen in KI-Antworten. Der Report widmet dem ein eigenes Kapitel.

Methodik und Grenzen

Wie diese Zahlen entstanden sind

Wer Zahlen veröffentlicht, muss offenlegen, wie sie entstanden sind. Sonst sind es Behauptungen mit Nachkommastelle.

Der Ablauf

Für jeden Betrieb haben wir zwei Dateien abgerufen: die Startseite und die robots.txt. Ein gewöhnlicher HTTP-Abruf mit Browser-Kennzeichen, mit Zeitabstand, ohne Anmeldung und ohne Umgehung von Schutzmechanismen. Ausgewertet wurde ausschließlich der Quelltext, der dabei ausgeliefert wurde.

Wir haben bewusst kein JavaScript ausgeführt. Das entspricht dem, was ein Crawler beim ersten Kontakt vorfindet. Diese Entscheidung könnte man anders treffen, und sie beeinflusst die Zahlen zur Textmenge.

Die Stichprobe

314 Betriebe, davon 307 auswertbar. Zehn Branchen wurden neu zusammengestellt, je 20 Betriebe, gleichmäßig über fünf Regionen verteilt. Vier Branchen stammen aus einer früheren Erhebung und sind regional nicht ausgewogen.

Aufgenommen wurden ausschließlich eigenständige Betriebe mit eigener Website. Ketten mit zentraler Unternehmensseite, Portale und Verzeichniseinträge blieben außen vor. Es ist keine Zufallsstichprobe.

Die sieben Ausfälle

Sieben Websites konnten nicht ausgewertet werden: vier Zeitüberschreitungen, eine Fehlermeldung 404 und zwei Seiten, deren Schutzmechanismus den Abruf mit 403 zurückwies.

Diese sieben zählen in keiner Quote mit. Eine nicht abrufbare Seite hat keinen Mangel, sie hat gar keinen Messwert. Hätten wir sie als „hat nichts hinterlegt“ gezählt, wären alle Quoten geschönt gewesen.

Was diese Zahlen nicht belegen

Wir messen Zugänglichkeit, nicht Empfehlung. Belegbar ist, dass Voraussetzungen fehlen. Nicht belegbar ist, dass ein bestimmter Betrieb deshalb seltener empfohlen wird. Wer Ihnen das verspricht, hat keine Daten dafür.

Google stellt ausdrücklich klar, dass strukturierte Daten keine Garantie für eine bestimmte Darstellung sind und für das Erscheinen in AI Overviews nicht erforderlich. Ihr Wert liegt in Rich Results, in der Übereinstimmung mit dem Google-Unternehmensprofil und zunehmend darin, für buchende Assistenten erreichbar zu sein.

Der vollständige Report

Zwanzig Seiten, elf Kapitel, alle Zahlen offen

Diese Seite ist die Zusammenfassung. Der Report enthält zusätzlich die vollständige Methodik, den Branchenvergleich über alle Messpunkte, das Kapitel über llms.txt mit Belegen, ein Code-Beispiel zum Kopieren und ein eigenes Kapitel über die Grenzen dieser Untersuchung.