Google My Business (Google-Unternehmensprofil) einrichten und optimieren
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Wenn jemand in deiner Stadt nach „Elektriker in der Nähe” oder „Physiotherapie [Stadtteil]” sucht, entscheidet sich in den ersten Sekunden, wen er anruft. Und zwar nicht auf deiner Website — sondern in dem Kasten mit Karte und Einträgen, den Google ganz oben zeigt. Wer dort auftaucht, bekommt die Anfrage. Wer nicht, existiert für diesen Kunden praktisch nicht.
Gespeist wird dieser Kasten von dem, was die meisten immer noch Google My Business nennen. Der Eintrag ist kostenlos, in etwa einer Stunde eingerichtet und trotzdem bei erstaunlich vielen Betrieben nur halb ausgefüllt oder gar nicht beansprucht. In diesem Artikel bekommst du beides: wie du ihn von Grund auf einrichtest — und wie du ihn schärfer stellst, wenn er längst existiert.
Google My Business oder Google-Unternehmensprofil?
Kurz vorweg, weil es ständig für Verwirrung sorgt: Beides ist dasselbe. Google hat den Dienst 2021 von „Google My Business” in „Google-Unternehmensprofil” umbenannt. Der alte Name ist trotzdem geblieben — er wird bis heute rund fünfmal so oft gesucht wie der neue.
Praktisch heißt das: Du verwaltest dein Profil heute direkt in der Google-Suche oder in Google Maps, wenn du mit deinem Geschäftskonto angemeldet bist. Die frühere separate Verwaltungsoberfläche gibt es so nicht mehr. Such einfach nach deinem eigenen Firmennamen — bist du als Inhaber angemeldet, erscheint die Bearbeitungsleiste direkt über dem Eintrag.
Warum das Profil so viel bringt
Für einen lokalen Betrieb ist das Unternehmensprofil aus drei Gründen der wichtigste kostenlose Hebel:
- Es steht ganz oben. Bei lokalen Suchanfragen zeigt Google den Karten-Kasten meist über den normalen Treffern. Ein gepflegtes Profil ist damit oft sichtbarer als deine eigene Website.
- Es liefert alles Wichtige sofort. Öffnungszeiten, Telefonnummer, Route, Bewertungen — der Kunde kann direkt anrufen oder losfahren, ohne erst deine Seite zu suchen.
- Es ist eine starke Bestätigungsquelle. Google und zunehmend auch KI-Dienste nutzen die Angaben aus deinem Profil, um sicher zu sein, dass es deinen Betrieb wirklich gibt und wofür er steht.
Google My Business einrichten — die ersten fünf Schritte
1. Profil anlegen oder beanspruchen
Oft existiert schon ein automatisch erzeugter Eintrag für deinen Betrieb, den du nur noch übernehmen musst. Such bei Google nach deinem Firmennamen samt Ort. Findest du einen Eintrag mit „Bist du der Inhaber?”, beanspruchst du ihn. Gibt es keinen, legst du über „Unternehmensprofil erstellen” einen neuen an.
2. Verifizieren
Google will bestätigt haben, dass du wirklich zum Betrieb gehörst — meist per Postkarte mit Code an deine Geschäftsadresse, manchmal per Telefon oder Video. Ohne diesen Schritt kannst du das Profil nicht bearbeiten. Plan hier ein paar Tage ein, bis die Bestätigung da ist.
3. Die richtige Kategorie wählen
Das ist der unterschätzteste Schritt. Deine Hauptkategorie sollte genau beschreiben, was du bist — „Malerbetrieb”, „Zahnarzt”, „Dachdecker” — nicht etwas Vages wie „Dienstleister”. Ergänze passende Nebenkategorien für weitere Leistungen. An der Kategorie macht Google fest, bei welchen Suchanfragen du überhaupt auftauchst.
4. Kontaktdaten und Öffnungszeiten — konsistent
Name, Adresse und Telefonnummer müssen exakt so wie auf deiner Website und in anderen Verzeichnissen stehen. Schon eine abweichende Schreibweise („Straße” vs. „Str.”) kann Google verunsichern. Trag echte Öffnungszeiten ein und pflege Feiertage — nichts ärgert Kunden mehr als eine falsch angezeigte „geöffnet”.
5. Leistungen und Beschreibung ausfüllen
Nutze die Felder für einzelne Leistungen und eine kurze Betriebsbeschreibung. Schreib in normaler Sprache, wie ein Kunde suchen würde — nicht in Werbe-Floskeln. Das gibt Google und den KI-Diensten sauberen, lesbaren Text darüber, was du anbietest.
Damit steht das Profil. Der eigentliche Unterschied entsteht aber erst danach.
Google-Unternehmensprofil optimieren — wenn der Eintrag schon steht
Die meisten Betriebe, die wir sehen, haben ein Profil. Es ist nur seit der Einrichtung nicht mehr angefasst worden. Diese sechs Punkte holen am meisten heraus:
Echte Fotos hochladen
Fotos sind einer der stärksten Vertrauensfaktoren. Lad echte Bilder hoch: dein Team, dein Ladenlokal oder Fahrzeug, abgeschlossene Projekte. Keine Stockfotos — Kunden erkennen den Unterschied, und echte Bilder wirken glaubwürdiger.
Bewertungen einsammeln und beantworten
Bewertungen sind für die lokale Sichtbarkeit und für das Vertrauen enorm wichtig. Frag zufriedene Kunden direkt und unkompliziert — am einfachsten mit dem kurzen Bewertungslink, den Google dir dafür bereitstellt. Und antworte auf Bewertungen, auf gute wie auf kritische. Das zeigt, dass hinter dem Betrieb jemand ist, der sich kümmert.
Regelmäßig Beiträge posten
Über das Profil kannst du kurze Beiträge veröffentlichen — ein neues Angebot, ein abgeschlossenes Projekt, eine saisonale Info. Das hält den Eintrag lebendig und signalisiert Google, dass der Betrieb aktiv ist. Regelmäßigkeit zählt mehr als Länge.
Den Fragen-und-Antworten-Bereich selbst befüllen
Im Profil können Nutzer öffentlich Fragen stellen — und jeder darf antworten, nicht nur du. Warte nicht darauf: Stell die typischen Fragen deiner Kunden selbst ein und beantworte sie. „Kommt ihr auch nach [Nachbarort]?”, „Macht ihr Notdienst?”, „Muss ich einen Termin vereinbaren?” Das ist ein unterschätztes Feld — es beantwortet echte Kaufhürden direkt im Suchergebnis.
Leistungen einzeln pflegen statt in einem Textblock
Trag deine Leistungen als einzelne Einträge ein, jede mit kurzer Beschreibung, statt alles in die Betriebsbeschreibung zu packen. So versteht Google, welche Leistungen zu welcher Kategorie gehören — und du tauchst bei spezifischeren Suchen auf.
Attribute setzen und Statistiken lesen
Attribute wie barrierefreier Zugang, Parkplatz, Zahlungsarten oder „Termin erforderlich” beantworten Fragen, die sonst zum Anruf führen — oder zum Absprung. Und in den Einblicken zeigt dir Google, mit welchen Suchbegriffen Leute auf deinem Profil landen. Das ist die ehrlichste Keyword-Recherche, die du kostenlos bekommst: Wenn dort ständig Begriffe auftauchen, die du nirgends verwendest, gehören sie in deine Leistungen und auf deine Website.
Die häufigsten Fehler
- Profil nie beansprucht: Der automatisch erzeugte Eintrag steht da, aber niemand pflegt ihn — mit veralteten Daten.
- Zu vage Kategorie: „Handwerker” statt „Fliesenleger” — dann taucht der Betrieb bei den entscheidenden Suchen nicht auf.
- Widersprüchliche Angaben: Auf der Website eine andere Nummer als im Profil. Das kostet Vertrauen bei Google und beim Kunden.
- Keine oder alte Fotos: Ein Profil ohne Bilder wirkt verlassen.
- Bewertungen ignorieren: Weder einsammeln noch beantworten — damit verschenkst du den stärksten Vertrauenshebel.
- Einmal eingerichtet und nie wieder angefasst: Der häufigste Fehler von allen. Ein Profil, das seit zwei Jahren stillsteht, verliert gegen den gepflegten Eintrag des Wettbewerbers.
Was das Profil mit der Google-KI zu tun hat
Google beantwortet immer mehr Suchen direkt — in den AI Overviews über den Treffern und in Gemini. Der Kunde bekommt dann keine Linkliste mehr, sondern eine Antwort mit ein, zwei empfohlenen Betrieben. Wer dort nicht genannt wird, kommt im Gespräch schlicht nicht vor.
Woher nimmt die KI diese Empfehlungen? Aus Quellen, die sie für belastbar hält — und für einen lokalen Betrieb ist das Unternehmensprofil eine der wichtigsten davon. Es liefert bestätigte Fakten: Name, Ort, Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten, Bewertungen. Deshalb wirkt saubere Profilpflege doppelt: Sie bringt dich in die Karte — und sie gibt der KI die Bausteine, mit denen sie dich überhaupt nennen kann.
Entscheidend ist dabei die Übereinstimmung. Wenn dein Profil eine andere Telefonnummer nennt als deine Website und ein Branchenverzeichnis eine dritte, hat die KI keine sichere Grundlage — und lässt dich im Zweifel weg. Genau an dieser Stelle setzt unsere Arbeit an: Wir bringen Profil, Website und strukturierte Daten auf einen Stand, sodass die Google-KI deinen Betrieb eindeutig zuordnen und empfehlen kann. Mehr dazu auf KI-Sichtbarkeit für lokale Betriebe.
Wie oft diese Übereinstimmung in der Praxis fehlt, haben wir nachgemessen: Bei 314 vermessenen Betrieben in Nordrhein-Westfalen hinterlegen 75,6 Prozent auf ihrer eigenen Website gar kein maschinenlesbares Betriebsprofil, an dem sich die Angaben aus dem Google-Profil überhaupt spiegeln ließen. Die Zahlen stehen im KI-Sichtbarkeits-Report NRW 2026.
Vieles davon richtest du einmal ein, und es arbeitet dann dauerhaft für dich. Der laufende Teil — Bewertungen, Beiträge, aktuelle Angaben — ist wenig Aufwand, wenn man ihn in einen festen Rhythmus bringt. Genau diese kontinuierliche Pflege übernehmen wir auf Wunsch im Rahmen unserer laufenden Pflege & Wachstum.
Häufige Fragen
Heißt es jetzt Google My Business oder Google-Unternehmensprofil? Beides meint denselben Dienst. Google hat ihn 2021 von Google My Business in Google-Unternehmensprofil umbenannt. Der alte Name ist im Sprachgebrauch geblieben und wird bis heute deutlich häufiger gesucht. Für deinen Eintrag macht das keinen Unterschied.
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas? Nein. Anlegen und Pflegen sind vollständig kostenlos. Google bietet zusätzlich bezahlte Werbung an, aber das Profil selbst und seine Sichtbarkeit in der Karte kosten nichts.
Brauche ich überhaupt eine Website, wenn ich ein Profil habe? Beides zusammen ist am stärksten. Das Profil bringt dich in die lokale Suche und liefert die schnellen Fakten; die Website ist der Ort, an dem du in Ruhe überzeugst. Wichtig ist, dass die Angaben auf beiden übereinstimmen.
Wie lange dauert es, bis ich Ergebnisse sehe? Ein frisch verifiziertes, vollständig ausgefülltes Profil wird oft schon nach wenigen Tagen in der lokalen Suche sichtbar. Bewertungen und Aktivität bauen sich über Wochen und Monate auf.
Muss ich meine Privatadresse zeigen? Nein. Wenn du keine Kundschaft an einer festen Adresse empfängst, etwa als Handwerker, der zum Kunden fährt, kannst du die Adresse ausblenden und stattdessen ein Servicegebiet angeben. Kunden sehen dann die Region, die du bedienst, nicht deine private Anschrift.
Wie oft sollte ich das Profil pflegen? Einmal im Monat eine kurze Runde reicht für die meisten Betriebe: neue Bewertungen beantworten, ein bis zwei Beiträge posten, Öffnungszeiten und Feiertage prüfen. Wichtiger als Aufwand ist Regelmäßigkeit.
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